3-D-Fernsehen: Warnung vor Risiken und Nebenwirkungen

schultze
3-D-Fernsehen: Warnung vor Risiken und Nebenwirkungen

Um möglichen (und vor allem juristischen) Klagen ihrer Kunden vorzubeugen, legen die japanischen Hersteller der neuen, eben auf den Markt gekommenen 3-D-Fernseher ihren Geräten "Beipackzettel" bei, die vor möglichen Risiken und Nebenwirkungen des dreidimensionalen Bildgenusses warnen. Die eventuellen Symptome, auf die nun auch die koreanische Firma Samsung hinweist, reichen von Benommenheit und Augenzuckungen bis zu Bewusstseinsstörungen und Stürzen vom Balkon. Außerdem bestehe "Alkoholunverträglichkeit" ...

Toshiba, Sharp, Hitachi und auch Samsung weisen darauf hin, dass 3-D-Gucken am heimischen Gerät für die meisten Nutzer keine Probleme mit sich bringen werde. Nicht auszuschließen seien allerdings mögliche Auswirkungen wie: Schwindel, Übelkeit, Ermüdungserscheinungen der Augen, Kopfschmerzen, Benommenheit, Bewusstseinsstörungen oder Muskelkrämpfe. Epileptiker oder Personen, die bereits einmal einen Hirnschlag erlitten haben, sollen außerdem laut Samsung vor dem Fernsehen in 3-D ihren Arzt konsultieren.

Nicht geeignet sei 3-D laut dem koreanischen Elektronikhersteller für schwangere Frauen, ältere, betrunkene oder schwerkranke Menschen und Kinder unter sechs Jahren.

Wegen einer durch Schwindel und Orientierungslosigkeit ausgelösten Sturzgefahr der Fernsehgucker gibt Samsung auch den geradezu kurios konkreten Tipp, das 3-D-Gerät nicht in der Nähe von Treppenhäusern und Balkons aufzustellen.

27.04.2010 - Jutta Zniva/wunschliste.de
Quelle: futurezone.orf.a, Chip Online, telegraph.co.uk
McClaude
zum Glück gibts im 3-D-Kino kein Balkon Augenzwinkern
Byti
Das erinnert mich irgendwie an die Anfangszeit der Eisenbahn.



Fehleinschätzungen der Menschheit
von Martin Kugler (Die Presse)

Experten warnten im 19. Jahrhundert, dass Menschen ernsthaft Schaden nehmen, wenn sie mit der Eisenbahn schneller als 30 km/h fahren. Eine spektakuläre Fehleinschätzung.
"Auf der eisernen Straße heran kam ein kohlschwarzes Wesen. Es schien anfangs stillzustehen, wurde aber immer größer und nahte mit mächtigem Schnauben und Pfustern und stieß aus dem Rachen gewaltigen Dampf aus.“ Und: „Schrecklich schnell ging's, und ein solches Brausen war, dass einem der Verstand stillstand. Das bringt kein Herrgott mehr zum Stehen!“ So schrieb Peter Rosegger über sein erstes Erlebnis mit der Eisenbahn: der Semmeringbahn. Den Zeitgenossen war die neue Technik suspekt. Zu groß und auf jeden Fall zu schnell war die Eisenbahn – nach den damaligen Maßstäben, in denen das Pferd das Maß der Dinge war. Alles über 30 km/h war undenkbar.

Die Sorge über das ungewohnte Tempo war jedenfalls groß: Als der englische Dampflockerfinder George Stephenson 1825 die erste Eisenbahnstrecke (zwischen Manchester und Liverpool) beantragte, holte das britische Unterhaus ein Gutachten ein, die Pariser „Académie des science“ schrieb, dass die schnelle Bewegung der Reisenden eine Gehirnerkrankung, das sogenannte „Delirium furiosum“, hervorrufen könnte.

Im deutschen Sprachraum berühmt wurde ein anderer Fall: Als die Lok „Adler“ 1835 erstmals zwischen Nürnberg und Fürth verkehren sollte – mit 30km/h –, soll ein Gutachter des Bayerischen Medizinalkollegiums gemeint haben, dass die Geschwindigkeit „bei den Passagieren die geistige Unruhe, ,Delirium furiosum‘ genannt“, hervorrufe. Natürlich könne sich jedermann freiwillig dieser Gefahr aussetzen – aber die Zuschauer müssten geschützt werden, und zwar durch eine sechs Fuß (zwei Meter) hohe Schranke auf beiden Seiten der Bahn.