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Seit einigen Monaten senden die privaten TV-Anstalten RTL, Sat.1, ProSieben, Kabel eins und Vox ihr Programm über Satellit auch in HD - vorerst sogar gratis. Warum nicht mal reinschnuppern? Doch "HD+", wie das HDTV der Privaten heißt, birgt Tücken. Das Wirrwarr um die verschiedenen Empfangsmöglichkeiten hat zu einer absurden Situation geführt: Wer den falschen Receiver verwendet, wird zum Kunden zweiter Klasse und mit Aufnahme- oder Vorspulverbot bestraft.
Im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten halten die Privatsender für den HD-Empfang einige Stolperfallen bereit. Neben dem HD-tauglichen SAT-Receiver braucht der Zuschauer noch eine Smartcard, die "HD+"-Karte. Sie entschlüsselt das Programm auf den HD-Kanälen von RTL, Sat.1 & Co. Das Problem: Die Karte passt nicht in jeden als "HDTV-tauglich" verkauften Receiver. Manche Geräte können die Karte direkt lesen, andere lassen sich mit einem Steckmodul, das die Karte aufnimmt, nachrüsten. Doch es gibt verschiedene Einschubschächte und verschiedene Steckmodule. Zusätzlich benötigen einige Receiver ein Software-Update vom Hersteller. Für den genauen Durchblick zeigen wir in einer Foto-Show die wichtigsten Fakten rund um Receiver für HD der Privatsender.
Drei Wege zu HD+
Grundvoraussetzung für den HD-Empfang ist der digitale Fernsehempfang über Satellit und ein HD-fähiger Satelliten-Receiver. Für den Empfang der HDTV-Kanäle von ARD und ZDF reicht das aus. Receiver zwischen Schüssel und TV hängen, Sendesuchlauf starten, fertig. Die HD-Kanäle der Privaten sind aber verschlüsselt. Sie zeigen erst ein Bild, wenn im Receiver eine "HD+"-Karte steckt. Um diese zu verwenden, gibt es drei Möglichkeiten:
1. ein "HD+"-Receiver, zu erkennen an dem "HD+"-Logo. Er ist empfangsfertig, die "HD+"-Smartcard liegt jedem Gerät bei und kann einfach in den Receiver gesteckt werden.
2. ein Receiver mit CI-Schacht. In diesem Fall brauchen Sie neben der "HD+"-Karte noch ein CI-Steckmodul, das zusammen mit der Karte in den Schacht geschoben wird. Das reicht aber noch nicht: Der Receiver-Hersteller muss mitspielen und ein Software-Update für Ihr Gerät bereitstellen.
3. ein Receiver mit CI-Plus-Schacht (CI-Plus wird evtl. auch mit "CI+" bezeichnet). Auch hier benötigen Sie ein passendes Modul für die "HD+"-Karte, jedoch kein zusätzliches Geräte-Update.
Der Satellitenbetreiber SES Astra führt eine Liste aller verfügbaren HD+-Receiver und eine Liste aller nachrüstbaren CI-Receiver.
"HD+"-Kunde zweiter Klasse
Wer nur die frei empfangbaren öffentlich-rechtlichen HD-Sender schauen will, kann mit jedem HD-Receiver nach Belieben empfangen, aufnehmen, vorspulen oder brennen. Für die Privatsender gilt das nicht: Sie beschneiden die Möglichkeiten zum Teil drastisch. Sender und Filmstudios sehen ihr Geschäftsmodell gefährdet. Sie wollen verhindern, dass der Zuschauer beim Abspielen aufgenommener Sendungen die unbeliebten Werbeunterbrechungen einfach per Druck auf die Vorspultaste überspringt. Das Kuriose: Dabei geht es nicht gerecht zu. Wie sehr den Sendern das gelingt, hängt nämlich davon, welches Gerät und welches Modul der TV-Zuschauer verwendet. So kann es sein, dass Ihr Nachbar Sendungen aufzeichnen kann, Sie aber nicht.
HD+-Receiver: Aufnehmen erlaubt, Vorspulen nicht
Wer einen "HD+"-Receiver hat, kann damit grundsätzlich Sendungen in HD-Qualität digital aufzeichnen, sofern der Empfänger eine interne oder extern anschließbare USB-Festplatte hat. Auch Timeshift, das zeitversetzte Fernsehen, ist erlaubt. Aber: Das Vorspulen ist gesperrt, so dass sich Werbepausen nicht überspringen lassen. Für Receiver mit CI-Schacht (ohne Plus) und passendem "HD+"-Modul gilt dasselbe: Aufnahmen und Timeshift ja, Vorspulen nein.
CI-Plus: keine Aufnahmen, aber Timeshift mit Vorspulen
Bei CI-Plus-Receivern mit passendem Modul sieht das anders aus. Hier gibt es eine Aufnahmesperre. Dagegen ist zeitversetztes Fernsehen (Timeshift) erlaubt, bis zu 90 Minuten nach Beginn der Sendung, inklusive Vorspulen. Der Grund für die Aufnahmesperre ist, dass es bei CI-Plus technisch nicht möglich ist, das Vorspulen zu sperren. Der Zuschauer könnte also beim Anschauen seiner Aufnahmen die Werbeblöcke per Schnelldurchlauf übergehen. Daher greifen die Sender zum letzten Mittel und verbieten Aufnahmen bei CI-Plus gleich ganz.
Speichern, aber nicht Brennen
Wer Sendungen digital aufnehmen kann, muss nicht befürchten, dass die Aufzeichnungen irgendwann "verfallen". Sie können ohne Zeitbeschränkung auf dem Datenträger gespeichert bleiben. Es gab zwar bereits Diskussionen um eine zeitgesteuerte Löschautomatik für alle Aufnahmen. Diese Löschautomatik wird es aber nicht geben. Die Filme ließen sich theoretisch auf DVD oder Blu-ray brennen, doch das wäre sinnlos: Auf der Disk läge danach nur ein verschlüsselter und damit unbrauchbarer Datenstrom.
CI, CI-Plus oder HD+-Receiver?
Fazit: HDTV-Zuschauer müssen bei den Privaten entweder auf das Aufnehmen oder das Vorspulen verzichten. Die praktische Timeshift-Funktion lässt sich nur bei CI-Plus-Geräten richtig nutzen, da bei den anderen Lösungen das Vorspulen gesperrt ist. Wer hingegen Sendungen auf den HD-Kanälen der Privatsender digital aufnehmen will, muss um CI-Plus einen Bogen machen und auf ein CI-Receiver mit Software-Update oder ein "HD+"-Gerät zurückgreifen. Bei Aufnahmen sind spezielle "HD+"-Receiver die sicherste Option. Sie sind am "HD+"-Zeichen zu erkennen. Receiver mit CI-Schacht sind dann eine Alternative, wenn der Hersteller ein Update bereitstellt. Die CI-Receiver werden durch das CI-Modul und ein notwendiges Upgrade quasi zu "HD+"-Receivern und können damit genauso viel oder wenig wie Original-"HD+"-Geräte. Bei allen drei Varianten gilt: Das Brennen auf Disc fällt in jedem Fall flach.
CI- und CI-Plus-Module für HD+ noch nicht lieferbar
Die "HD+"-Karte liegt allen Modulen und "HD+"-Receivern bei. Sie ist im ersten Jahr kostenlos, danach muss sie jährlich für jeweils 50 Euro freigeschaltet werden. Die passenden Module können beim Satellitenbetreiber SES Astra bestellt werden – wenn es sie gibt. Wie schon beim HDTV-Start letztes Jahr hinkt der Anbieter HD PLUS GmbH, ein Tochterunternehmen von SES Astra, hinterher und kündigt erstmal nur Module zum Nachrüsten an. Fehlten letztes Jahr die passenden "HD+"-Receiver, so fehlen jetzt die Module. "HD+"-Module für den CI-Schacht sollen "ab Mitte 2010" erhältlich sein und 99 Euro kosten, entsprechende Module für den CI-Plus-Schacht sollen etwas früher in den Handel kommen und 20 Euro günstiger sein. "HD+"-Receiver sind dagegen mittlerweile lieferbar. Der Satellitenbetreiber führt eine Liste aller HD+-Geräte und aktualisiert sie regelmäßig.
Quelle: t-online
Im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten halten die Privatsender für den HD-Empfang einige Stolperfallen bereit. Neben dem HD-tauglichen SAT-Receiver braucht der Zuschauer noch eine Smartcard, die "HD+"-Karte. Sie entschlüsselt das Programm auf den HD-Kanälen von RTL, Sat.1 & Co. Das Problem: Die Karte passt nicht in jeden als "HDTV-tauglich" verkauften Receiver. Manche Geräte können die Karte direkt lesen, andere lassen sich mit einem Steckmodul, das die Karte aufnimmt, nachrüsten. Doch es gibt verschiedene Einschubschächte und verschiedene Steckmodule. Zusätzlich benötigen einige Receiver ein Software-Update vom Hersteller. Für den genauen Durchblick zeigen wir in einer Foto-Show die wichtigsten Fakten rund um Receiver für HD der Privatsender.
Drei Wege zu HD+
Grundvoraussetzung für den HD-Empfang ist der digitale Fernsehempfang über Satellit und ein HD-fähiger Satelliten-Receiver. Für den Empfang der HDTV-Kanäle von ARD und ZDF reicht das aus. Receiver zwischen Schüssel und TV hängen, Sendesuchlauf starten, fertig. Die HD-Kanäle der Privaten sind aber verschlüsselt. Sie zeigen erst ein Bild, wenn im Receiver eine "HD+"-Karte steckt. Um diese zu verwenden, gibt es drei Möglichkeiten:
1. ein "HD+"-Receiver, zu erkennen an dem "HD+"-Logo. Er ist empfangsfertig, die "HD+"-Smartcard liegt jedem Gerät bei und kann einfach in den Receiver gesteckt werden.
2. ein Receiver mit CI-Schacht. In diesem Fall brauchen Sie neben der "HD+"-Karte noch ein CI-Steckmodul, das zusammen mit der Karte in den Schacht geschoben wird. Das reicht aber noch nicht: Der Receiver-Hersteller muss mitspielen und ein Software-Update für Ihr Gerät bereitstellen.
3. ein Receiver mit CI-Plus-Schacht (CI-Plus wird evtl. auch mit "CI+" bezeichnet). Auch hier benötigen Sie ein passendes Modul für die "HD+"-Karte, jedoch kein zusätzliches Geräte-Update.
Der Satellitenbetreiber SES Astra führt eine Liste aller verfügbaren HD+-Receiver und eine Liste aller nachrüstbaren CI-Receiver.
"HD+"-Kunde zweiter Klasse
Wer nur die frei empfangbaren öffentlich-rechtlichen HD-Sender schauen will, kann mit jedem HD-Receiver nach Belieben empfangen, aufnehmen, vorspulen oder brennen. Für die Privatsender gilt das nicht: Sie beschneiden die Möglichkeiten zum Teil drastisch. Sender und Filmstudios sehen ihr Geschäftsmodell gefährdet. Sie wollen verhindern, dass der Zuschauer beim Abspielen aufgenommener Sendungen die unbeliebten Werbeunterbrechungen einfach per Druck auf die Vorspultaste überspringt. Das Kuriose: Dabei geht es nicht gerecht zu. Wie sehr den Sendern das gelingt, hängt nämlich davon, welches Gerät und welches Modul der TV-Zuschauer verwendet. So kann es sein, dass Ihr Nachbar Sendungen aufzeichnen kann, Sie aber nicht.
HD+-Receiver: Aufnehmen erlaubt, Vorspulen nicht
Wer einen "HD+"-Receiver hat, kann damit grundsätzlich Sendungen in HD-Qualität digital aufzeichnen, sofern der Empfänger eine interne oder extern anschließbare USB-Festplatte hat. Auch Timeshift, das zeitversetzte Fernsehen, ist erlaubt. Aber: Das Vorspulen ist gesperrt, so dass sich Werbepausen nicht überspringen lassen. Für Receiver mit CI-Schacht (ohne Plus) und passendem "HD+"-Modul gilt dasselbe: Aufnahmen und Timeshift ja, Vorspulen nein.
CI-Plus: keine Aufnahmen, aber Timeshift mit Vorspulen
Bei CI-Plus-Receivern mit passendem Modul sieht das anders aus. Hier gibt es eine Aufnahmesperre. Dagegen ist zeitversetztes Fernsehen (Timeshift) erlaubt, bis zu 90 Minuten nach Beginn der Sendung, inklusive Vorspulen. Der Grund für die Aufnahmesperre ist, dass es bei CI-Plus technisch nicht möglich ist, das Vorspulen zu sperren. Der Zuschauer könnte also beim Anschauen seiner Aufnahmen die Werbeblöcke per Schnelldurchlauf übergehen. Daher greifen die Sender zum letzten Mittel und verbieten Aufnahmen bei CI-Plus gleich ganz.
Speichern, aber nicht Brennen
Wer Sendungen digital aufnehmen kann, muss nicht befürchten, dass die Aufzeichnungen irgendwann "verfallen". Sie können ohne Zeitbeschränkung auf dem Datenträger gespeichert bleiben. Es gab zwar bereits Diskussionen um eine zeitgesteuerte Löschautomatik für alle Aufnahmen. Diese Löschautomatik wird es aber nicht geben. Die Filme ließen sich theoretisch auf DVD oder Blu-ray brennen, doch das wäre sinnlos: Auf der Disk läge danach nur ein verschlüsselter und damit unbrauchbarer Datenstrom.
CI, CI-Plus oder HD+-Receiver?
Fazit: HDTV-Zuschauer müssen bei den Privaten entweder auf das Aufnehmen oder das Vorspulen verzichten. Die praktische Timeshift-Funktion lässt sich nur bei CI-Plus-Geräten richtig nutzen, da bei den anderen Lösungen das Vorspulen gesperrt ist. Wer hingegen Sendungen auf den HD-Kanälen der Privatsender digital aufnehmen will, muss um CI-Plus einen Bogen machen und auf ein CI-Receiver mit Software-Update oder ein "HD+"-Gerät zurückgreifen. Bei Aufnahmen sind spezielle "HD+"-Receiver die sicherste Option. Sie sind am "HD+"-Zeichen zu erkennen. Receiver mit CI-Schacht sind dann eine Alternative, wenn der Hersteller ein Update bereitstellt. Die CI-Receiver werden durch das CI-Modul und ein notwendiges Upgrade quasi zu "HD+"-Receivern und können damit genauso viel oder wenig wie Original-"HD+"-Geräte. Bei allen drei Varianten gilt: Das Brennen auf Disc fällt in jedem Fall flach.
CI- und CI-Plus-Module für HD+ noch nicht lieferbar
Die "HD+"-Karte liegt allen Modulen und "HD+"-Receivern bei. Sie ist im ersten Jahr kostenlos, danach muss sie jährlich für jeweils 50 Euro freigeschaltet werden. Die passenden Module können beim Satellitenbetreiber SES Astra bestellt werden – wenn es sie gibt. Wie schon beim HDTV-Start letztes Jahr hinkt der Anbieter HD PLUS GmbH, ein Tochterunternehmen von SES Astra, hinterher und kündigt erstmal nur Module zum Nachrüsten an. Fehlten letztes Jahr die passenden "HD+"-Receiver, so fehlen jetzt die Module. "HD+"-Module für den CI-Schacht sollen "ab Mitte 2010" erhältlich sein und 99 Euro kosten, entsprechende Module für den CI-Plus-Schacht sollen etwas früher in den Handel kommen und 20 Euro günstiger sein. "HD+"-Receiver sind dagegen mittlerweile lieferbar. Der Satellitenbetreiber führt eine Liste aller HD+-Geräte und aktualisiert sie regelmäßig.
Quelle: t-online