ProSieben: "Uri Geller" wirtschaftlicher Erfolg - neuer Free-TV-Sende

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ProSieben: "Uri Geller" wirtschaftlicher Erfolg - neuer Free-TV-Sender

Die ProSiebenSat.1-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr mehr Umsatz gemacht, der Konzernüberschuss brach aber ein.

Wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab, steigerte die Gruppe den Umsatz um 29 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro (2006: 2,09 Milliarden Euro). Der Sprung resultiere in erster Linie auf der Konsolidierung der im Juli erworbenen SBS Broadcasting Group, aus dem Zuwachs im internationalen Geschäft sowie auf dem organischen Wachtum im deutschen Markt, hieß es. Das EBITDA stieg um acht Prozent auf 521,3 Millionen Euro (2006: 482,9 Millionen). Hier machte sich das Bußgeld des Kartellamtes in Höhe von 120 Millionen Euro negativ bemerkbar. Vorstandsvorsitzender Gulliaume de Posch zeigte sich überzeugt, dass der Sender in punkto Verstoss gegen Werbevermarktungsauflagen jetzt nicht mehr angreifbar ist. "Ich glaube, das Thema ist erledigt", sagte er.

Der Konzernjahresüberschuss schrumpfte von rund 240 auf 89 Millionen Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss dagegen stieg um 28, 9 Millionen Euro auf 272, 8 Millionen Euro.

Die beiden Geschäftsbereiche werbefinanziertes Fernsehen sowie Free-TV erreichten einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro (2006: 1,86 Milliarden Euro). Neben der Konsumschwäche habe aber die schwache Entwicklung der Werbeeinnahmen von Sat.1 das Umsatzwachstum gebremst, hieß es. Die Bereiche Radio, Print- und Pay-TV brachten dem Konzern einen Umsatz von 398,8 Millionen Euro, rund 160 Millionen mehr als 2006. Dies entspricht einem Anteil am Konzernumsatz von 14,8 Prozent nach 11,4 Prozent im Vorjahr (pro-forma 2007: 16,9 Prozent). Der deutschsprachige Raum ist mit 80 Prozent die umsatzstärkste Region des Konzerns (pro-forma 2007: 67 Prozent, gefolgt von Nordeuropa mit 9 Prozent (pro-forma 2007: 15 Prozent) und den Niederlanden und Belgien mit einem Anteil von 8 Prozent (pro-forma 2007: 13 Prozent).

Das seit Juli 2007 erstmalig konsolidierte Segment Free-TV International erzielte ein kräftiges Umsatz- und Ergebniswachstum. Auf Basis einer Pro-forma-Rechnung für das zweite Halbjahr 2006 stiegen die Erlöse in den Monaten Juli bis Dezember 2007 um 8,8 Prozent auf 403,9 Millionen Euro. Die dynamische Umsatzentwicklung ist auf höhere Werbeeinnahmen zurückzuführen.

"Durch den Erwerb von SBS haben wir die Gruppe international aufgestellt und so die Abhängigkeit von einzelnen Märkten wesentlich reduziert“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende Guillaume de Posch die Zahlen. Ohne Details zu nennen, sagte Finanzvorstand Lothar Lanz, dass ProSieben und Sat.1 die profitabelsten Sender der Gruppe seien. Die besitzt momentan unter anderem 20 Free-TV-Stationen in 12 Ländern und 24 Pay-TV-Anbieter in insgesamt sechs Staaten.

Erfreut zeigte sich de Posch über das Format "The next Uri Geller". Die Show sei nicht nur ein Quoten-sondern auch ein wirtschaftlicher Erfolg gewesen. So soll sie demnächst auch in Ungarn, den Niederlanden und anderen europäischen Staaten zu sehen sein.

Man wolle sich künftig noch stärker auf das Programm im Free-TV-Bereich konzentrieren und plane den Start neuer Sender. Details dazu nannte de Posch auch auf Nachfrage nicht. Er sagte lediglich, dass es um einen internationalen Free-TV-Sender gehe. Dadurch solle das Kerngeschäft weiter gestärkt werden. Man werde zudem alle Anstrengungen auf die Entwicklung eigener starker Programminhalte richten. Details dazu wurden nicht bekannt. Konkreter wurde de Posch in Sachen N24. Ziel sei es, den Nachrichtensender zum modernsten Nachrichtenkanal Europas auszubauen und damit auch einen News-Lieferanten für alle Sender der Gruppe zu haben.

Ein Augenmerk der Gruppe gilt der Multi-Plattform-Strategie. So sollen Programminhalte via Fernsehen, Radio, Internet, Handy-TV und Print genutzt werden. Schon jetzt gebe es 10 Mobile-TV Sender via UMTS, im Juni sollen drei weitere via DVB-H dazukommen. de Posch unterstrich, dass man weiterhin im Internet wachsen wolle, wo die Gruppe mit prosieben.de, myvideo.de und wetter.com schon jetzt die Nummer Eins im deutschen Markt sei. Offen ließ de Posch, ob sich der Sender um Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga bemühen werde. Noch kenne man ja nicht den genauen Inhalt der Ausschreibungen, es sei aber möglich, dass sich ProSieben um ein oder zwei Pakete bewerben werde.

Auch nachdem die Verhandlungen über einen Kauf der Produktionssparte offenbar gescheitert sind, sieht Vorstand Patrick Trillieux keine Eile: "Das ist kein Problem. Wir gehen die Sache lieber vorsichtig an, anstatt etwas zu überstürzen." Er ließ durchblicken, dass er momentan eine Teilauslagerung der Produktion favorisiert.

ProSieben teilte am Dienstag außerdem mit, dass man rund ein Prozent der Gesamtzahl der Vorzugsaktien oder 0,5 Prozent des Grundkapitals zurückkaufen wolle. Der Rückkauf diene in erster Linie dazu, Aktienoptionen für Mitglieder des Vorstands und weitere ausgewählte Führungskräfte bedienen zu können, hieß es.

quelle:s&k